Médoc

Auf zu neuen Ufern: Bordeaux

5. Linkes Ufer: Médoc

Eigentlich wollte ich meine Bordeaux-Reihe mit St. Émilion weiterführen. Da der vorherige Post sich aber auf Graves bezieht, finde ich es nun doch sinnvoller, am „linken Ufer“ zu bleiben, und mit Médoc weiter zu machen:

Die Médoc-Halbinsel erstreckt sich entlang der linken Ufer von Gironde und Garonne, nördlich der Stadt Bordeaux bis fast hin zur Atlantikmündung. Die Region umfasst die beiden Appellationen Médoc im Norden und Haut-Médoc im Süden der Halbinsel, sowie die dazwischen liegenden Gemeinde-Appellationen Saint-Estèphe, Pauillac, Saint-Julien, Listrac, Moulis und Margaux. Auf ca 16.500 ha insgesamt erstrecken sich diese acht Appellationen, wobei jede einzelne eine spezielle Weincharakterisitik hervorbringt.

Produziert wird hier ausschließlich Rotwein. In der Assemblage dominiert Cabernet Sauvignon, neben Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot, bzw. sehr selten Malbec oder Carmenère. Der höhere Cabernet Sauvignon- Anteil gibt den Weinen Struktur und lange Lagerfähigkeit.

Die Böden bestehen hauptsächlich aus Sand und Kies, was sie zu hervorragenden Wärmespeichern macht: Die Steine erwärmen sich im Sonnenlicht und strahlen diese Wärme nachts langsam wieder ab, was sich positiv auf die Traubenreife auswirkt.

Die Klassifizierung der Weine

Eigentlich ist ja schon die Anführung einer Appellation eine Qualitäts-Einstufung des Weines. Im Médoc gibt es als Besonderheit innerhalb der subregionalen Appellationen eine zusätzliche Einstufung der einzelnen Châteaux.

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Liste der Grand Crus Classés

Diese Einstufung wurde ursprünglich für die Weltausstellung 1855 geschaffen, indem man die erzielten Marktpreise der vergangenen 100 Jahre als Maßstab nahm. Die Châteaux also, deren Weine zwischen 1755 und 1855 die teuersten – und somit gefragtesten waren, wurden als die Besten klassifiziert (Grand Cru Classé). Dieses System hat bis heute seine Gültigkeit, und wurde einmalig nur 1973 geändert: Château Mouton-Rothschild stieg vom Deuxième Cru zum Premier Cru auf.

Im Médoc sind 60 Châteaux als Grand Crus Classés klassifiziert, eines im Graves (Château Haut-Brion), sowie 26 in Sauternes und Barsac. Weiter unterteilt werden diese in Kategorien von Premiere Cru Classé bis Cinquième Cru Classé.

Die Bezeichnung „Cru Bourgeois“ schuf man für die besten, nicht klassifizierten Châteaux. Innerhalb dieser Stufe exisitieren noch die Klassifikatonen „Cru Bourgeois Supérieur“ und „Cru Bourgeois Exceptionnel“. Außerhalb Frankreichs hat diese Klassifizierung jedoch kaum Bedeutung.

Saint-Estèphe

Saint-Estèphe ist die nördlichste der sechs Gemeinde-Appellationen des Médoc. Die Weine dort sind tanninreicher und säurebetonter als die aus den anderen Gemeinden. Um die Weine zugänglicher zu machen, ist der Merlot-Anteil im Vergleich häufig relativ hoch.

2006 Château Cos Labory, Cinquième Grand Cru Classé, Saint-Estèphe

Die Farbe der Cuvèe aus 63% Cabernet Sauvignon und 37% Merlot liegt zwischen ziegelrot und purpur. Die Nase ist ist von mittlerer (+) Intensität nach dunklen Früchten, Lakritz und Waldboden.Die Nase verspricht nicht zuviel, die Aromatik findet sich am Gaumen wieder und klingt mit langem Abgang aus. Er heißt einen nicht gleich willkommen – zu anfangs ist die Säure harsch und die Tannine sehr adstringierend. Er hat Ecken und Kanten, ist aber in sich stimmig. Mit viel Luft wird er runder und angenehm zu trinken. Hat richtig Power, was aber nicht (nur) an den 13% Alkohol liegt. Macht Spaß!

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Nächste Woche nicht verpassen: St.-Èmilion

2 Kommentare zu „Médoc“

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