Graves

Auf zu neuen Ufern: Bordeaux

4. Linkes Ufer: Graves

Graves gilt als die Wiege der Weinkultur im Bordelais, denn die Römer legten hier die ersten Weingärten an. Die Rebstöcke sind gepflanzt auf lockeren Kiesböden, die gleichzeitig Namensgeber der Region sind (grave = Kies).

Das Gebiet beginnt in den südlichen Ausläufen der Stadt Bordeaux und zieht sich als ca 55 km langer Streifen links entlang der Garonne weiter nach Süden. Früher war das ganze Gebiet als Graves bekannt, seit 1987 teilt es sich in zwei Appellationen: AC Pessac-Léognan im Norden und AC Graves im Süden.

Produziert werden hauptsächlich Rotweine, aber auch Weiße. Die Weine können i.d.R jung getrunken werden, da der Stil des Graves eher fruchtbetont mit sanfteren Tanninen ist. Die Weine sind preisgünstiger als z.B. die aus dem Médoc, aber mit guter Qualität.

graves

Graves ist eine der Bordeaux-Regionen, innerhalb deren Appellation die Weingüter zusätzlich noch qualitativ eingestuft werden. Diese Klassifizierung der Châteaux wurde zum ersten Mal 1855 im Médoc vorgenommen. Die Graves-Châteaux klassifizierte man erstmals 1953, 1959 das zweite und letzte Mal. Die Graves-Klassifizierung ist einstufig und unterscheidet Rot- und Weißweine. Es sind 16 Châteaux, die als Crus Classés eingestuft wurden. Die 16 Crus Classés – ebenso wie das einzige, bereits 1855 klassifizierte 1er Cru des Graves, Château Haut Brion, – befinden sich im Pessac-Léognan.

Obwohl alle prestigeträchtigen Weine aus dem Norden kommen, wählte ich den Wein für diesen Post aus der südlichen AC Graves:

chatlam

2010 Château Lamouroux, Graves

Der klare, rubinrote Wein ist eine Cuvée aus 50% Cabernet Sauvignon und 50% Merlot, gereift in gebrauchten Barriques.

In der Nase ein Mix aus dunklen Beeren, Kirschen, Backpflaumen und Lakritz, mit einer warmen, leicht alkoholischen Note. Die Aromatik hält er am Gaumen ein, mit einer leichten Bitterkeit im Abgang, die aber nicht stört. Er ist offen und zugänglich, mit samtigen Tanninen und mittlerer Säure, die ihm eine gewisse Saftigkeit verleiht. Die 14% Alkohol sind perfekt eingebunden, geben ihm Wärme, die er mit einer gewissen Kühle in sich einfach ausbalanciert. Rund und harmonisch, angenehm zu trinken.

Weiter in der Reihe geht es mit St. Émilion

 

 

5 Kommentare zu „Graves“

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