Auxerrois – mal weiß, mal rot

Der Auxerrois, den ich eigentlich für diese Weinrallye vorgesehen hatte, passte so wunderbar in die letzte Verkostung, dass ich hier schon über ihn postete. Einen anderen Auxerrois habe ich nicht. Und jetzt?

Ein Blick streift mein Rotweinregal und bringt die Lösung: Eine Flasche Auxerrois. Diese Flasche kommt weder aus Deutschland noch aus Frankreich, sondern hat den weiten Weg aus Argentinien hinter sich. Ich muss sie nicht einkühlen, denn die Temperatur passt perfekt. Ihr Inhalt ist nicht strahlend hell, sondern tief, dunkel und geheimnisvoll.

„Auxerrois“ ist ein südwestfranzösisches Synonym für die Rebsorte Malbec. Malbec war bis ins frühe 20. Jahrhundert in Frankreich sehr verbreitet und spielte vor allem im Cahors sowie im Bordelais eine große Rolle. Die Bestände in Frankreich dezimierten sich enorm, so dass die Sorte heutzutage zwar noch im Cahors, aber nur mehr selten im Bordeaux oder an der Loire zu finden ist.

Während man in den französischen Anbaugebieten zunehmend andere Sorten kultivierte, startete der Malbec seine Reise um die Welt. Vereinzelt ließ er sich in anderen europäischen Ländern nieder, wurde aber vor allem in den Anbaugebieten der Neuen Welt heimisch. Richtig durchstarten konnte Malbec in Argentinien, wo er sich zur nationalen Star-Rebsorte gemausert hat.

Seine violett-schwarzen Beeren sind klein und dickschalig, weshalb die Weine eine intensive Tönung und hohe Tannine aufweisen. Die Traube treibt früh aus und ist frostempfindlich. Weitere Synonyme: Côt, Pressac

2008 Malbec Atamisque, Bodegas Atamisque, Mendoza, Argentinien

Dunkel und satt schimmert er aus dem Glas. In der Nase sehr vielschichtig, mit einem fast hypnotischen Duft nach dunklen Beeren, Pflaumen, Schokolade, Wacholder und Zigarrenkistchen. Am Gaumen geballte dunkelfruchtig-würzige Power, dabei aber elegant und ohne marmeladig zu sein. Trotz lebendiger Säure und sehr präsenten Tanninen ist er rund und vollmundig. Die 14,5% vol. sind angenehm eingebunden und hinterlassen ein wärmendes Gefühl, ganz im Einklang zu dem schier endlosen Abgang. Toller Wein!

 

 

2 Kommentare zu „Auxerrois – mal weiß, mal rot“

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