Kurztrip ins Paradies

Ein Termin führte mich letzte Woche für einen Tag ins österreichische Wein-Paradies: Die Wachau. Schon bei der Anfahrt verschlug mir die bezaubernde Flußlandschaft den Atem: Grüne Hügelketten mit verwunschenen Burgruinen, die steilen, terrassierten Weinberge und das Glitzern der Donau im Morgenlicht.

Das Weinbau-Gebiet

Die Wachau bezeichnet einen ca. 20 km langen Landschaftsstreifen entlang der Donau zwischen den niederösterreichischen Städten Melk und Krems. Die Gegend ist ganzjährig ein Touristenmagnet, bekannt für ihre Marillen (Aprikosen) und berühmt für ihre Weine: Auf ca. 1400 ha steilen Weinterrassen entstehen Weißweine von Weltformat.

Kultiviert werden auf den Urgesteins- und Gneisböden hauptsächlich Grüner Veltliner und Riesling. Eine Besonderheit der Wachau ist die Klassifizierung ihrer Weine. Die „Vinea Wachau“, ein Gebietsschutzverband, entwickelte drei Qualitätsstufen, in die die Weine je nach Alkoholgehalt eingeteilt werden:

Steinfeder: Leichte, frische Weine, bis max. 11,5 % vol.

Federspiel: Die klassische, mittlere Kategorie, bis max. 12,5 % vol.

Smaragd: Gehaltvolle und langlebige Weine, ab 12,5 % vol.

Diese Bezeichnungen gibt es in den anderen österreichischen Anbaugebieten nicht.

Axpoint

Als Andenken begleitete mich der 2014 Grüner Veltliner Reserve „Axpoint“ der Domäne Wachau nach Hause, über den ich mich sehr gefreut habe.

„Axpoint“ im Französisch-Wörterbuch zu suchen ist zwecklos, denn das Wort ist österreichisch und bezeichnet die Lage, bzw. Riede, wie es in Österreich heißt. Die Riede Axpoint liegt in der Gemeinde Spitz im westlichen Teil der Wachau. Glimmerschiefer und ein Oberboden mit hohem Tonanteil sowie etwas kühlere Temperaturen prägen diese Lage.

Das Weingut

Die Domäne Wachau in Dürnstein ist eine Genossenschaft, bezieht also Trauben von Wachauer Winzern und vinifiziert sie. Das Weingut ist einer der größten, aber auch besten Erzeuger Österreichs. Qualität ist die Maxime, was für die Winzer der Domäne Wachau ausschließlich Handlese und sorgfältige Selektion des Traubengutes bedeutet.

Mich hat sehr angesprochen, dass Winzer, deren Weingärten in besserem Zustand, bzw. biologisch/biodynamisch bewirtschaftet sind, von der Domäne Wachau entsprechend höher für ihre Trauben entlohnt werden. Dies bietet den Winzern Anreiz, ihre Weingärten nachhaltiger zu bearbeiten und spiegelt sich nicht nur in der Weinqualität wider, sondern hilft auf lange Sicht, die Natur und die zauberhafte Landschaft dort zu bewahren.

Der Wein

Zitronengelb strahlt er aus dem Glas und verführt die Nase sofort mit einem exotischen Fruchtmix und dem Duft nach süßen Blüten, sanft unterlegt mit einer feinen Kräuternote. Sehr vielschichtig und trotz seiner Jugend offen und zugänglich. Am Gaumen weich und cremig mit mittlerem (+) Körper. Zu den 13% Alkohol gesellt sich eine frische Säure, so dass er zwar kräftig und rund, aber nie platt wirkt. Klingt mit mineralischem Finish mittel (+) aus.

Er ist offen und ausgeprägt, dabei aber nicht einen Moment überladen. Er changiert perfekt zwischen warmer Aufgeschlossenheit und eleganter, kühler Klarheit. Seine Balance hat er, die muß er nicht erst mit seiner Reife finden, wobei er damit sicher noch mehr Facetten zeigen wird.

Harmonierte hervorragend mit meinen Sahne-Scampi-Spaghetti, kann ich mir aber auch gut zu gebackenem Ziegenkäse oder hellen Fleischgerichten vorstellen.

 

 

 

2 Kommentare zu „Kurztrip ins Paradies“

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