Man trinkt Rosa

Roséwein ist ein Sommertrend, der immer mehr Anhänger findet. Der Marktanteil in Deutschland liegt laut Deutschem Weininstitut mittlerweile bei 10%. Ich bin kein Rosé-Fan, weil sie mir meistens nicht schmecken. Trotzdem folgte ich gestern einer entsprechenden Weinempfehlung und wurde angenehm überrascht. Die Empfehlung „Rosa“ passte nicht nur farblich hervorragend zu meinem Lachsfilet.

Rosa ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Zweigelt, Blaufränkisch, Merlot und Syrah vom Weingut Strehn aus Deutschkreutz im Mittelburgenland (Österreich). Sehr ansprechender, frischer Duft mittlerer Intensität nach roten Johannisbeeren, Erdbeeren und etwas Kirsche. Die fruchtige Aromatik findet sich am Gaumen wieder, ohne jedoch bonbonmäßig oder aufdringlich zu sein. Süße und Säure sind fein ausbalanciert. Frisch, fruchtig und saftig – sollte in keinem Picknick-Korb fehlen!rosa

Wie wird Roséwein hergestellt?

Wie zaubert man so einen Rosa Sommertraum eigentlich in die Flasche? Weiß- und Rotwein zu Rosé zu mischen ist nicht erlaubt. In der EU dürfen dafür nur rote Trauben verwendet werden. Ebenso wie Rotwein erhält der Rosé seine Färbung von den Schalen. Es gibt vier verschiedene Verfahren zur Roségewinnung:

Saignée-Verfahren: Ursprünglich war Rosé ein Restprodukt der Rotweinherstellung. Das eigentliche Ziel des Winzers war es, die Konzentration seines Rotweines zu erhöhen. Deshalb entnahm er einen Teil des Mostes und ließ den Rest, der zu Rotwein werden sollte, mit der Maische im Gärbehälter. Während der Zeit, die der entnommene Most auf der Maische steht, „bluten“ (frz. saigner) die roten Schalenfarbstoffe in den Most und färben ihn leicht.

Direktpressung: Hier werden die roten Trauben wie bei der Weißweinherstellung vinifiziert. Der Saft wird sofort abgepresst und kommt bei der Gärung mit den Schalen nicht in Berührung. Die Extraktion der Farbstoffe ist dadurch sehr gering, weshalb so gewonnene Rosés eine sehr leichte Farbtönung haben. Sie werden oft als „Blanc de Noir(s)“ bezeichnet (frz. „weiß aus schwarz“, also ein Weißwein aus dunklen Trauben). Allerdings ist diese Bezeichnung im Deutschen Weinrecht nicht definiert.

Abzug: Die Trauben werden wie zur Rotweinherstellung behandelt. Sie werden leicht angequetscht und bleiben in der ersten Gärungsphase in Kontakt mit dem Most. Der Zeitpunkt, den Most abzuziehen, also von der Maische zu trennen, richtet sich nach der gewünschten Farbintensität. Je länger der Kontakt zu den Schalen, desto dunkler wird der Wein.

Verschneiden: Hier wird Weißwein mit Rotwein vermischt. Dieses Verfahren ist nur für Rosé Champagner zulässig. Für Stillweine ist diese Methode in der EU verboten, allerdings gibt es den einen oder anderen Rosé aus der Neuen Welt, der so kreiert wurde.

Rosés sollten immer jung genossen werden, sie sind zur Lagerung nicht geeignet.

4 Kommentare zu „Man trinkt Rosa“

  1. Das ist auch meine Erfahrung, daß das Auffinden schöner Rosées nicht ganz einfach ist. Ich habe mich allerdings seit gut einem Jahr da auch mal wieder etwas intensiver drum gekümmert und durchaus ein paar -für meinen Geschmack- leckere Tröpfchen gefunden.
    Aber meist ist es wirklich so: wenn, dann hat man einen Rosé als Sortimentsfüller im Portfolio, der aber in der Regel lange nicht die Aufmerksamkeit beim Keltern bekommt wie die weiße oder die rote Fraktion. Im Bereich der edleren Vertreter der Sortimente findet sich da in der Regel gar nichts, Schaumwein mal ausgenommen.
    Nur in Südfrankreich spielt der Rosé bei vielen Winzern auch tatsächlich die erste Geige, wie z.B. hier:
    https://ec1962.wordpress.com/2015/04/28/hauptsache-rose/

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