Tastes like Teen Spirit: Moscato d‘ Asti

Bei meinem Lieblings-Italiener bekam ich vor den Feiertagen den typisch italienischen Weihnachtskuchen Panettone geschenkt. Ich habe mich darüber sehr gefreut, weil es mir Anlass gibt, eine italienische Weinspezialität zu probieren, die man traditionell dazu genießt: Moscato d‘ Asti.

Der Moscato d‘ Asti ist ein weißer Perlwein aus dem Piemont, der reinsortig aus der Muskateller-Traube (Moscato) gekeltert wird. Im Gegensatz zu dem hier in Deutschland bekannteren Asti Spumante besitzt er einen niedrigeren Alkoholgehalt (4,5 – 6,5%, Asti Spumante ca. 7 bis 9,5%), dafür aber mehr Restsüße. Dieser Weintyp verspricht von kleineren Erzeugern wesentlich mehr Genuss als von den großen Industrieproduzenten, da sie die intensive Aromatik, die fruchtige Süße und die feine Perlage viel reizvoller in Szene setzten.

2013 Moscato d‘ Asti „Bel Piano“, Cascina Fonda

Das von den Gebrüdern Barbero geführte Weingut Cascina Fonda, laut Johnson einer der Spitzenerzeuger, liegt in der piemontesischen Provinz Cuneo. Ihre Leidenschaft gilt den süßen Schäumern: Neben sechs verschiedenen Moscato-Spielarten erzeugen sie Brachetto, eine weitere Spezialität des Piemont, aber auch trockene Rote finden sich im Sortiment.

Moscato d‘ Asti sollte immer frisch getrunken werden, deshalb gilt hier je jünger, desto besser. Leider konnte ich noch keinen 2014er bekommen. Dessen Aromen wären sicher geballter und hätten mehr Power als die des 2013er, doch auch dieser wirkt noch sehr lebendig im Glas.

Er ist hell und glänzend mit leichter Perlage. Die Nase ist intensiv, traubig und nach Holunder, mit feinen Nuancen anderer süßer Blüten sowie einer Prise Muskatnuss. Dieser Duft stimmt heiter und fröhlich, doch das wahre Spektakel bietet sich am Gaumen: Verlockende Süße, getragen von den fruchtig-floralen Aromen, beschwingt von sanften Perlen.

Trotz der Süße ist er unheimlich leicht, frisch und lebendig. Er animiert sofort zum Weitertrinken, und das darf man, denn die 5,5% vol. ermöglichen es, trotzdem einen klaren Kopf zu behalten. Ein herrlicher Dessertwein, der den Charakter hat, ein reichhaltiges Menü abzuschließen, aber ebenso die Leichtigkeit, den restlichen Abend noch mit Elan ausklingen zu lassen.

Das ist der fröhliche, fruchtig-frische Paradiesvogel unter den Weinen. Hätte ich den in meiner Teenie-Zeit gekannt – er wäre mein fester Begleiter auf jeder Party gewesen! In seiner Heimat trinkt man ihn traditionell zu Panettone oder Pandoro, passt aber auch ausgezeichnet zu anderen Kuchen, frischen Früchten, cremigen Desserts oder Blauschimmelkäse. Er eignet sich außerdem hervorragend als Sommeraperitif – nicht nur für Mädchen!

 

 

 

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